Anwartschaftsversicherung Private Krankenversicherung

Was ist eine Anwartschaftsversicherung?

Eine Anwartschaftsversicherung kommt immer dann ins Spiel, wenn die Mitgliedschaft in einer PKV für einen bestimmten Zeitraum ausgesetzt werden muss oder auch falls die Aussicht auf eine zukünftige Aufnahme einer PKV besteht. Der Vorteil der Anwartschaftsversicherung ist nämlich, dass der zu Versichernde sich den späteren Wiedereintritt/Eintritt zu den heute geltenden Konditionen sichern kann. In der Regel erfolgt nämlich die Beendigung einer PKV-Mitgliedschaft durch eine Kündigung, das heißt beide Vertragspartner, Versicherter und Versicherungsgeber gehen getrennte Wege. Will der Versicherungsnehmer nun zu einem späteren Zeitpunkt wieder bei der PKV einsteigen, muss ein neuer Vertrag geschlossen werden, der für ihn selbst in der Regel mit schlechteren Konditionen verbunden ist. Dies hat den einfachen Grund, dass alle Menschen altern und mit zunehmendem Alter Krankheiten oder andere Gesundheitsrisiken immer wahrscheinlicher werden. Das gestiegene Risiko für mögliche anwachsende Behandlungskosten tragen nicht die Versicherungen selbst, sondern münzen es in Form höherer Beiträge auf die Versicherungsnehmer ab. Beim Neueintritt ist ebenfalls eine Gesundheitsprüfung abzulegen, welche auch mit Risiken für den zu Versichernden verbunden ist. In der Zeit zwischen Austritt und Wiedereintritt können Krankheiten, im schlimmsten Fall chronischer Art, oder Verletzungen aufgetreten sein, die das Versicherungsunternehmen dazu veranlassen die Beiträge in die Höhe schnellen zu lassen oder im schlimmsten Fall den potentiellen Versicherungsnehmer sogar abzulehnen.

Mit einer Anwartschaftsversicherung lassen sich eben diese Nachteile verhindern. Die vertraglichen Konditionen und der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers werden quasi für die Akten der PKV eingefroren, d.h. er kann nach Ablauf der Anwartschaft die PKV wieder zu den gleichen Bedingungen aufnehmen, wie er es auch zum Start der Anwartschaftsversicherung gekonnt hätte, komplett unabhängig davon ob in der Zwischenzeit Krankheiten oder Verletzungen aufgetreten sind oder sich das Gesundheitsrisiko erhöht hat. Eine erneute Risikoprüfung und längere Wartezeiten entfallen somit. Um in diesen Vorteil zu gelangen zahlt der Anwartschaftsversicherte eine reduzierte Prämie. Jedoch ist unbedingt zu beachten, dass eine Anwartschaftsversicherung keinen Krankenversicherungsschutz bietet, sie garantiert dem Versicherungsnehmer nur die problemlose Wiedereingliederung in das System der PKV zu den bereits vorher bestehenden Konditionen. Folglich muss sich also der Anwartschaftsversicherte in den Schutz einer gesetzlichen Krankenkasse begeben und auch dort Beiträge zahlen.

Worauf kommt es nun also bei einer Anwartschaft an? Der Versicherungsnehmer sollte sich über folgende Punkte bei Abschluss der Anwartschaft klar sein. Während der gesamten Zeit der Anwartschaft können Leistungen aus der privaten Krankenkasse nicht in Anspruch genommen werden. Im Gegenzug erhält der Versicherte ab Beginn der Anwartschaft das Recht den privaten Krankenversicherungstarif ohne eine erneute Risikoprüfung wieder zu installieren. Kündigungen der Anwartschaft haben immer mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten vor Ablauf des Kalenderjahres zu erfolgen. Die Anwartschaft wird außerdem prinzipiell durch eine Rückführung in den privaten Krankenversicherungsvertrag oder falls die bestehenden Bedingungen für die Ruhezeit (z.B. Ende der gesetzlichen Versicherungspflicht) nicht mehr vorhanden sind, automatisch beendet.

Wer braucht eine Anwartschaftsversicherung und warum?

Eine Anwartschaftsversicherung ergibt immer dann Sinn, wenn Personen einen bestimmten Zeitraum ohne PKV versichert sein wollen. Gründe hierfür gibt es viele. Zu nennen sind etwa ein längerer Auslandsaufenthalt, eine vorübergehende Arbeitslosigkeit oder eine besondere Art der finanziellen Notlage. Auch kann der Versicherungsnehmer durch eine Anhebung der Versicherungspflichtgrenze oder sinkendes Einkommen in die Versicherungspflicht der Gesetzlichen Krankenversicherung fallen. Weitere Szenarien bei denen die Aufnahme einer Anwartschaftsversicherung sinnvoll erscheint sind Personen, die temporär Anspruch auf freie Heilfürsorge (was das ist soll später geklärt werden) haben, z.B. Soldaten auf Zeit oder etwa Studenten, die während des Studiums privat versichert waren, aber für die eine PKV mit dem ersten Gehalt noch zu teuer erscheint.

Privatpatienten können auf diese Weise ihren Vertrag aussetzen, falls sie vorübergehend keine Möglichkeit sehen sich von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht zu befreien. Kostenlos Familienversicherte erhalten so für die folgende Zeit einen privaten Versicherungsschutz und angehende Beamte haben die Möglichkeit im Referendariat oder während ihrer Ausbildung eine Anwartschaft für die PKV abzuschließen. Ungeeignet für den Abschluss einer Anwartschaft sind Personen, welche sich die Beiträge zur Privaten Krankenkasse auf Dauer nicht leisten können und dies durch die vorübergehenden scheinbar niedrigeren Kosten der Anwartschaft kompensieren wollen. Dies führt auf Dauer jedoch nur zu einer noch größeren finanziellen Belastung, da der Versicherte sowohl in die Private als auch in die gesetzliche Krankenkasse einzahlen muss.

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Welche Vorteile hat eine solche Versicherung?

Der Grund für den Entschluss für eine Anwartschaftsversicherung ist jedoch bei allen Ausgangssituationen der gleiche. Der Versicherungsnehmer möchte nicht das Risiko eingehen bei einem späteren Vertragsabschluss mit der PKV schlechtere Konditionen zu erhalten und lässt sich durch die Anwartschaft die zu diesem Zeitpunkt bestehenden Bedingungen gegen Zahlung einer Prämie für einen späteren Zeitpunkt garantieren.

Eine Anwartschaft schafft Flexibilität um einkommensschwache Perioden wie Arbeitslosigkeit oder ein Studium/eine Ausbildung überstehen zu können ohne sich dauerhaft die Vorteile einer kostengünstigen PKV entgehen zu lassen. Wenn der Versicherungsnehmer beispielsweise in einem Jahr merklich weniger verdient als in den vorangehenden Jahren, kann es unter Umständen zum Fall kommen, dass er sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichern muss. Durch das Abschließen einer Anwartschaftsversicherung kann dieses temporäre Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze ausgeglichen werden. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) ist eine Sozialversicherungs-Rechengröße und definiert in welcher Höhe des jährlichen Bruttoeinkommens ein Arbeitnehmer sich nicht mehr im Pflichtbereich der gesetzlichen Krankenkassen befindet. Somit stellt sie die Abgrenzung zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung dar.

Durch die Überführung in die Anwartschaft wird der private Krankenversicherungsschutz nicht komplett aufgehoben, sondern lediglich pausiert. Das wohl wichtigste Merkmal dieses Mechanismus ist, dass keine erneute Gesundheitsprüfung notwendig wird. Außerdem entfallen etwaige Wartezeiten bis der volle Versicherungsschutz wiedererlangt ist.

Was ist eine große und eine kleine Anwartschaft?

Grundsätzlich ist bei einer Anwartschaft immer zwischen einer großen und einer kleinen Anwartschaft zu unterscheiden. Die Kosten für beide Arten der Anwartschaft werden gemäß den entstehenden Verwaltungskosten veranschlagt.

Die kleine Anwartschaft ermöglicht es dem Versicherungsnehmer in den ursprünglich vereinbarten Tarif ohne eine erneute Gesundheitsprüfung zurückzukehren. In der Praxis hat dies zur Folge, dass die Versicherung keine Zuschläge für in der Zwischenzeit entstandene Gesundheitsrisiken berechnen darf oder gar den Antragsteller ablehnen kann. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass eventuell lang andauernde Wartezeiten vermieden werden. Im Unterschied zur großen Anwartschaft wird jedoch zur Berechnung der Beiträge das nun höhere Wieder-/Eintrittsalter als Basis verwendet. Grund hierfür ist, dass während der Zeit der Anwartschaftsversicherung keine Abgaben an die Altersrückstellungen (dies wird später noch erklärt) geleistet werden müssen. Dadurch bewegen sich die Beiträge für die kleine Anwartschaft auf einem sehr niedrigen Niveau, immer jedoch mit dem Nachteil verbunden, dass dies durch künftig höhere Beiträge in der Zukunft kompensiert wird.

Bei der großen Anwartschaftsversicherung entfällt ebenso die Gesundheitsprüfung, das Risiko abgelehnt zu werden oder auch Wartezeiten. Hier allerdings wird als Bemessungsgrundlage der Beitragssätze das ursprüngliche Alter zu Beginn der Anwartschaft herangezogen, was natürlich die Höhe der Beitragssätze zu Gunsten des Versicherungsnehmers nach unten korrigiert. Die geringeren Beitragssätze resultieren aus dem Fakt, dass der Anwartschaftsversicherte bereits während der Anwartschaft in die Altersrückstellungen einzahlt und ihm dieser Betrag bereits auf seine Beiträge angerechnet werden kann. Bei der Entscheidung zwischen einer großen und kleinen Anwartschaft ist also maßgeblich das beim späteren Eintritt in die PKV bestehende Alter, bzw. die zeitliche Dauer der Anwartschaft zu beachten. Vergeht nur ein verhältnismäßig geringer Zeitraum zwischen dem Abschluss der Anwartschaft und dem Eintritt in die PKV erscheint meist eine kleine Anwartschaft sinnvoller.

Was passiert bei einem Auslandsaufenthalt?

Bei einem Auslandsaufenthalt, der über 6 Monate lang dauert, liegt der gewöhnliche Aufenthaltsort nicht mehr in Deutschland, was bewirkt, dass die Krankenversicherungspflicht erlischt. Somit könnte jede in Deutschland lebende Person bei einem Auslandsaufenthalt von 6 Monaten oder mehr die natürliche Krankenversicherungspflicht umgehen. Private Versicherungen sind nach dem Gesetz verpflichtet alle nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtigen Personen nach der Rückkehr nach Deutschland wieder aufzunehmen. Unter welchen Konditionen dies erfolgt ist allerdings nicht näher geregelt, was bedeutet, dass unter Umständen nur ein Angebot für einen Basistarif erfolgt oder dem Versicherungsnehmer deutlich schlechtere Konditionen geboten werden.

Warum macht es also Sinn sich für einen Auslandsaufenthalt einer Anwartschaft anzuschließen? Grundsätzlich herrschen im Ausland, natürlich individuell abhängig von der jeweiligen Region, andere Faktoren, die sich auf das potentielle Gesundheitsbild auswirken. In tropischen oder sehr warmen Klimaten sind natürlich in vielen Fällen die Zahl giftiger Insekten höher. In Entwicklungsländern herrscht eine deutlich erhöhte Rate an Krankheitsübertragungen und überhaupt vorherrschenden Krankheiten, gegen die die jeweils einreisende Person weniger resistent sein kann als die dort lebende Bevölkerung. Je nach Zweck des Aufenthalts, beispielsweise bei der Ausübung spezieller Sportarten, besteht natürlich auch eine höhere Wahrscheinlichkeit für Verletzungen. All dies sind Faktoren, welche dafür sorgen können, dass bei einem Auslandsaufenthalt sich die bestehenden Konditionen für einen Abschluss einer privaten Krankenversicherung zum Negativen ändern können, wenn entweder durch den Aufenthalt selbst bereits Gesundheitsschädigungen aufgetreten sind oder diese nach der Bewertung der Versicherung zu erwarten sind. In Folge dessen kann der potentielle Versicherungsnehmer mit deutlich höheren Beitragssätzen rechnen. Um dieses Risiko zu vermeiden empfiehlt sich die Aufnahme einer Anwartschaft.

Der große Vorteil der Anwartschaft besteht hier wieder darin, dass Personen mit einer Anwartschaft direkt nach Ende des Auslandsaufenthaltes wieder versichert sind ohne einen neuen Tarif unterschreiben zu müssen. Oft reicht beispielsweise eine kurze Rückmeldung beim Versicherungsunternehmen mit Vorlage des Flugtickets. Positiv zu bewerten ist ebenfalls, dass die Zeit der Anwartschaft als vollwertige Versicherungszeit angerechnet wird, das ist gerade dann bedeutend, wenn bestimmte Vorversicherungszeiten für Pflegeversicherungen notwendig sind. Nachteilig ist natürlich, dass beispielsweise, wenn bei einer Weltreise kein geregeltes Einkommen vorliegt, aber dennoch monatlich die jeweiligen Prämien für die Anwartschaft gezahlt werden müssen.

Was passiert mit den Altersrückstellungen?

Verlassen privat versicherte Personen die Private Krankenversicherung gehört zu einem der nun folgenden Nachteile, dass diese ihre bereits angesammelten Altersrückstellungen verlieren. Nur mit einer Anwartschaftsversicherung kann dies umgangen werden. Genauer gesagt ist sogar eine große Anwartschaft abzuschließen, da nur sie die Mitnahme der Altersrückstellungen garantiert.

Was ist Beihilfe und Heilfürsorge?

Grundsätzlich ist beim Beamtenstatus zwischen dem Beamten und seinem Dienstherrn, Bund oder Staat, ein besonderes Treueverhältnis gegeben. Dieses verpflichtet den Dienstherren für das Wohl des Beamten und seiner Familie zu sorgen, was auch gesetzlich so geregelt ist.

Zu diesen Pflichten gehört auch die Fürsorge im Krankheitsfall. Dabei werden aber nicht wie bei den Gesetzlichen Krankenkassen die gesamten Krankheitskosten übernommen, sondern nur ein Teil. Der Dienstherr bietet also die sogenannte Beihilfe. Grundlage dieser ist, dass die Honorare der Beamten so gestaltet sind, dass diese auch gegen Krankheiten abgesichert sind. Insofern ist also unter einer Beihilfe eine zusätzliche Fürsorgeleistung des Dienstherrn zu verstehen. Durch den Beihilfebemessungssatz wird geregelt zu welchem Prozentsatz der Dienstherr an beihilfeberechtigten Leistungen finanziell beteiligt wird. Da diese Bemessungssätze allerdings in den Beihilfevorschriften des Bundes und der Länder festgelegt sind, variieren die Bedingungen in den einzelnen Bundesländern. Beispielsweise haben nur die Bundesländer Bremen und Hessen ein familienbezogenes Bemessungssystem, bei welchem alle Mitglieder der Familie denselben Bemessungsgrundsatz als Basis haben. Dieser Grundsatz reicht in der Regel von 50% (beihilfeberechtigte Beamte) bis 80% (berücksichtigungsfähige Kinder und Waisen).

Derjenige Teil der Behandlungskosten, der nicht von der Beihilfe übernommen wird muss vom Beamten selbst gezahlt werden. Zu den Pflichten des Beamten gehört hierbei der Abschluss einer Privaten Krankenversicherung, einer sogenannten Restkostenversicherung. Dabei ist die Mindestanforderung an eine solche Versicherung, dass diese die Kosten für eine ambulante und stationäre Behandlung trägt. Bei einem Antrag auf Beihilfe ist der Nachweis einer solchen Versicherung sogar vorzulegen. In der Realität kann es immer wieder zur Versorgungslücken kommen, wenn die Leistungen der Beihilfe nicht an die Leistungen der privaten Versicherungen angepasst werden. Unter Umständen tritt dann der nicht wünschenswerte Fall auf, dass der Beamte bestimmte Leistungen selbst zahlen muss. Um dieses Risiko auszuschließen gibt es spezielle Beihilfeergänzungstarife, die eine volle Kostenübernahme zusichern. Sie werden bei den privaten Krankenversicherungen optional abgeschlossen.

Doch was ist nun die Heilfürsorge, oder gleichen sich Beihilfe und Heilfürsorge komplett? Nicht ganz, denn die Heilfürsorge ist eine spezielle Art der Fürsorgepflicht des Dienstherrn gegenüber seinen Beamten. Sie erhalten Personen in Berufsgruppen, die durch Ausübung ihres Berufes einem erhöhten Risiko und besonderen Gefahren ausgesetzt sind. Dazu zählen etwa Feuerwehrleute, Polizeibeamte, Justizvollzugsbeamte und Soldaten. Im Fall der Heilfürsorge trägt hier der Dienstherr die aufzuwendenden Kosten der Behandlungen komplett. Grundlage ist der Hintergedanke, dass sich Beamte in diesen Berufssparten bedingt durch die erhöhten Risikofaktoren zu einem nicht verantwortbar hohen Tarif selbst versichern müssten.

Das Besondere an der Heilfürsorge ist, dass sie weder zur Gesetzlichen noch zur Privaten Krankenversicherung zu rechnen ist. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip hat die Freie Heilfürsorge Vorrang vor der Beihilfe, wenn ein Anspruch auf Beihilfe besteht. Der Geltungsbereich der Heilfürsorge erstreckt sich allerdings nur auf den Beamten selbst und nicht auf seine Angehörigen, diese erhalten nach den jeweiligen Beihilfevorschriften für berücksichtigungsfähige Angehörige Beihilfe. Zusätzlich beschränkt sich die Heilfürsorge nur auf Beamte im aktiven Dienst, mit Eintritt der Pensionierung erlischt der Anspruch auf Heilfürsorge und an dessen Stelle tritt die Beihilfe mit der damit verbundenen Pflicht zum Abschluss einer Privaten Krankenversicherung.

Welche Leistungen umfasst die Heilfürsorge?

Zu der kostenlosen Gesundheitsvorsorge der Heilfürsorge zählen Leistungen wie die vorbeugende Gesundheitsvorsorge, eine ärztliche Betreuung im Krankheitsfall, die Betreuung durch einen Arzt, einen Entbindungspfleger oder eine Hebamme im Falle der Schwangerschaft und Entbindung und zahnärztliche Behandlungen einschließlich Zahnersatz. Zusätzlich deckt das Leistungsspektrum der Heilfürsorge noch Behandlungen im Krankenhaus, in medizinischen Rehabilitationseinrichtungen, im Ausland und die Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln ab.

Soldaten der Bundeswehr, egal ob Berufs- oder Zeitsoldaten, stellen einen Spezialfall der Heilfürsorge dar. Eine ärztliche Behandlung läuft grundsätzlich unter der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung ab. Dies hat zur Folge, dass ein Soldat im Krankheitsfall zuerst seinen diensthabenden Arzt der betroffenen Einheit kontaktieren muss. Erfolgt die Erkrankung oder Verletzung in Deutschland muss der Soldat den Arzt der nächstgelegenen Kaserne aufsuchen. Ausnahmen stellen hierbei natürlich Unfälle oder die Nicht-Erreichbarkeit eines Truppenarztes dar, in diesem Fall darf der Soldat, wie auch bei einem Auslandurlaub, natürlich auch bei einem niedergelassenen Arzt oder einer Klinik erstversorgt werden. Weiterführende Behandlungen durch Fachärzte bedürfen einer Überweisung des Truppenarztes. Behandlungskosten innerhalb Deutschlands werden komplett vom Dienstherrn getragen, im Ausland anteilig. Eine hundertprozentige Kostendeckung für Krankheitsfälle im Urlaub im Ausland verspricht nur eine Auslandsreisekrankenversicherung.

Zu beachten ist, dass jeder Beamte, der einen Anspruch auf Heilfürsorge hat dazu verpflichtet ist eine Pflegeversicherung abzuschließen. Leistungen der Heilfürsorge werden als sogenannte Sachbezüge auf die Besoldung der Beamten angerechnet. Generell beträgt dies ca. 1,5 % des Soldes, ist aber durch die unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer auch unterschiedlich geregelt. Der Bund hingegen zieht seinen Beamten jedoch nichts ab. Die gewährten Leistungen der Heilfürsorge entsprechen in etwa denen einer Gesetzlichen Krankenversicherung. Sonderleistungen werden je nach Dienstherrn und der Verordnung des Bundes oder der Länder individuell geregelt. Beispielsweise werden aufzuwendende Kosten für Sehhilfen und Zahnersatz nicht komplett durch die Heilfürsorge abgedeckt.

Grundsätzlich gilt beispielsweise beim Zahnersatz das Prinzip der Regelversorgung, was einfach die beim Bund übliche Behandlungsweise bedeutet. Werden über die Regelversorgung hinausgehende Leistungen vom Beamten gewünscht, so hat dieser die Kosten selbst zu tragen. Der Zahnarzt muss dem Beamten einen Heil- und Kostenplan erstellen, den er bei der zuständigen Heilfürsorgestelle einreicht und nach einer erfolgreichen Antragsbewilligung eine Kostenübernahmeerklärung erhält. Aus dieser ist ersichtlich, welche Kosten übernommen werden und wie hoch der Eigenanteil ist, außerdem kann die Behandlung erst mit der Kostenübernahmeerklärung gestartet werden.

Da jedoch im Alter mit der Pensionierung unweigerlich der Übertritt in eine Private Krankenversicherung erfolgt, bietet sich auch hier der Abschluss einer Anwartschaft an. Nur mit dieser ist es möglich bereits frühzeitig eine entsprechende Versorgung im Alter zu vernünftigen Konditionen sicherzustellen. Daher sind für Heilfürsorgeempfänger die Kosten einer großen Anwartschaft meist noch hinzuzurechnen.

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